Die Zeit des Wartens

Als Kind und auch als junger Erwachsener bekommt man oft gesagt, warten ist das halbe Leben. Man wartet auf so vieles im Leben, auf den Bus, die Bahn, die Waschmaschine, den Geschirrspüler, die nächste Pause, den Feierabend, das Wochenende, auf Geburts- und Feiertage und man wartet darauf das ein Mensch kommt oder geht. Wir an der Seite unserer Soldaten, warten noch einmal auf eine ganz andere Art und Weise, wir warten das sie sich melden, das sie irgendwo ankommen, das sie wiederkommen und auch darauf das sie gehen müssen.

Wir, das sind mein Freund (ich nenne ihn hier mal meinen Mann) und meine Wenigkeit warten nun schon seit fast 11 Monaten darauf, das der Einsatz beginnt und es liegen noch ca 5 Monate vor uns, bevor der Einsatz endlich beginnen kann.

Es klingt vielleicht befremdlich und verursacht auch bei mir immer für einen kurzen Moment ein komisches Gefühl, zu sagen bis er endlich beginnen kann. Ich habe vorher immer nur sehr schwerlich verstanden wie man in diesem Zusammenhang endlich schreiben kann, doch nun ist es mir klar. Für mich drückt es einfach nur den Moment aus, an dem diese Untätigkeit und dieses unsägliche Warten endlich ein Ende hat. Na ja so wirklich ein Ende hat es ja nicht, ab da beginnt wieder eine Zeit des Wartens, nämlich die Zeit der Wartens bis er wieder da ist. Doch im Jetzt und Hier erscheint diese Zeit des Wartens ganz anderst, man hofft sie aktiver gestalten zu können und irgendwo ist da die Hoffnung das es einfacher ist, wenn die Zeit endlich für einen läuft und nicht gegen einen.

Aber im Moment bestimmt unser Leben noch das Warten auf den Beginn, ganz am Anfang dachte man noch „ach je soviel Zeit noch, das ist halb so schlimm, da musst du jetzt noch nicht drüber nachdenken“. Ich hab es versucht aber, tja ich bin gescheitert, es vergeht kaum ein Tag an dem man nicht in irgendeiner Weise daran denkt oder damit konfrontiert wird. Besonderst an Tagen, an denen ich wiedermal allein bin wird mir immer wieder bewusst, dass im Moment alle Uhren nur bis zum Tag X ticken. Es sind die Momente in denen das Alleinsein den Gedanken den Freiraum gibt, darüber nachzudenken wieviel Zeit man noch hat und was dann kommt und wie es denn dann werden wird. Es ist diese Ungewissheit, die das Warten so unerträglich für mich im Moment macht.

Ich hasse Warten, ich habe es schon immer gehasst, ich hasse es irgendwo untätig herum zu sitzen und einfach nur zu warten. Ich hasse es, ganz genau zu wissen das da etwas auf mich zurollt, es quasi schon sehen zu können und doch nicht wirklich was daran ändern zu können.

In den nächsten Monaten habe ich mir erst einmal vorgenommen, das Warten auf die geballte Ladung an Lehrgängen und Übungsplätzen zu beschränken, es lenkt ganz gut ab. Meine kleinen Etappenziele sind die paar freien Wochen die uns in diesem Jahr bleiben und daran hab ich mich glaube gerade etwas festgebissen. Vielleicht ganz gut lenkt etwas vom Großen und Ganzen ab und da ist ja dann auch noch der alltägliche Wahnsinn, der mich in regelmäßigen Abständen immer mal wieder besuchen kommt.
In dem Sinne, Woche 3 von vorerst 7 ist fast geschafft und damit rückt der April und somit etwas mehr Normalität näher.

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Tag 168- HibbelSEHNSUCHT

Unser 24. Einsatzwochenende liegt hinter uns. 168 Tage haben wir fasst geschafft.

Ich bin seit einer Woche krank. Wieder so Momente wo man sich noch einsamer fühlt. Wo man es noch mehr vermisst in den Arm genommen zu werden, zugedeckt zu werden, einen Tee gebracht zu bekommen, in der Nacht, wenn man mal wieder keinen Schlaf findet sich ankuscheln zu können und der Partner beruhigend wirkt und man geborgen einschlafen kann.

Aber es gibt auch die Galgenhumormomente. Wenn der Arzt einen darauf hinweist, dass die Antibabypille nicht mehr wirkt, wenn man Antibiotika einnimmt und man dann lächelnd antwortet: “Nicht so schlimm, mein Mann ist eh seit 6 Monaten im Krieg und kommt auch erst in ein paar Wochen nach Hause.” .  Und plötzlich schauen einen zwei aufgerissene Augen an, ein kurzes bedrücktes Schweigen, dann die Frage, ob er Soldat sein, ob man denn telefonieren könne und dass man durchhalten solle und es hoffentlich alles gut geht.

Und mir wird bewusst, wie sehr diese Kriegseinsatzsituation schon zu meinem Alltag geworden ist. Ich bekomme nicht mehr sofort feuchte Augen, wenn ich sage, dass mein Held im Einsatz ist. Ich kann langsam schon Witze darüber machen. Keine lustigen, aber welche, die mir und vor allem den Anderen helfen mit der Situation umzugehen und dieses elende Schweigen zu unterbrechen.

Ich bin froh, dass es dieses Schweigen gibt. Denn es bedeutet, dass der Krieg doch irgendwo ganz hinten in den Köpfen der deutschen Bevölkerung wahrgenommen wird. Auch wenn kaum jemand darüber spricht und sich wohl noch weniger darüber Gedanken machen, sie wissen es. Und das wichtigste, sie haben ihr Empathievermögen gegenüber den Soldaten, aber auch der dortigen Bevölkerung nicht verloren. Es kommt nicht die Frage nach dem Warum, oder denkst du es ist sinnvoll. Nein an erster Stelle kommt ein Schock. Vielleicht ist es der Schock, jemanden zu kennen, auch wenn es nur ein Angehöriger ist, der im Krieg ist. Vielleicht ist es der Schock, dass es diesen Krieg wirklich gibt und wir dort beteiligt sind und das Geschehen auf einmal nicht mehr nur ein kleines Randthema der Nachrichten ist, welches einen nach über 10 Jahren schon langweilt und zur Routine gehört. Vielleicht ist es aber auch einfach nur die Unsicherheit, wie man mit dieser Information umgehen soll. Es ist die eigene Unsicherheit. Soll man stolz sein, auf die Tapferkeit und die z.T. unmenschlichen Leistungen, die unsere Soldaten dort leisten, um einem Volk ein Leben in Sicherheit, Gerechtigkeit und Zukunftsorientiertheit zu geben, oder soll man geschockt und empört sein?

Aber nach dem Schock, der meist ein Schweigen mit großen Augen ist, kommen meist gute Wünsche und Anteilnahme.

Mittlerweile kann ich diese Situationen ohne Tränen überstehen. Nicht weil es weniger schlimm ist, sondern weil ich irgendwie damit leben muss. Jeden Tag.

Vielleicht färbt allmählich die Professionalität unserer Männer auf uns ab. Vielleicht ist es aber auch nur der uns angeboren Überlebenswille. Die Anpassungsfähigkeit auch menschenunwürdige Phasen überleben zu können. Der Mensch ist ein wahres Wunder.

Sicherlich gibt es viele viel dramatischere Phasen, die Menschen jeden Tag überstehen müssen….

Aber für mich, die das große Glück hat in einer Generation ohne Hunger, Krieg und Angst leben zu müssen….

Moment ohne Hunger? Tausende verhungern jeden Tag…also bin ich nur privilegiert und habe das Glück in einem Teil der Erde geboren zu sein, wo wir uns nicht zwischen Genuss und Gesundheit entscheiden können….

Kein Krieg? In so vielen Regionen ist Krieg, hier und jetzt in diesem Moment, stehen sich bewaffnete Männer gegenüber und wissen vielleicht nicht einmal mehr was sie tun…. Frauen kämpfen um das nackte Überleben ihrer Kinder….

Keine Angst? Ich habe Angst. Angst um meinen Helden, Angst um eure Helden. Aber ich bin stolz darauf, dass wir diese Angst aushalten, dass unsere Helden ihre Angst nicht über ihren Mut siegen lassen und der ein oder andere vielleicht die Angst von Anderen nehmen kann. Die Angst der Männer ihre Kinder nicht mehr ernähren zu können, die Angst, dass ihren Frauen Gewalt angetan wird, die Angst der Kinder, ihre Familie zu verlieren und im Leben nie etwas anderes kennenzulernen außer Angst und Flucht vor ihr.

Dieser Stolz und die Liebe zu meinem Helden lassen mich diese schwere Zeit überstehen. Und noch wichtiger, sie geben dieser Zeit einen Sinn…

Mein Held ich bin stolz auf dich und ein kleines bisschen auch auf mich.

 

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152 Tage geschafft – oder noch 6 lange Wochen

Draußen sind es tiefe Minusgrade. Man hat das Gefühl nicht mehr richtig atmen zu können, sobald man eine Weile draußen ist… Von hier sieht es so friedlich aus. Die Welt liegt unter einer Schneedecke, der Himmel ist blau und die Sonne scheint so wunderbar.

Ein bisschen ist das Wetter so wie ich. Ich versuche jeden Tag, sobald ich unter Menschen gehe zu strahlen, versuche die Schatten vom vielen Weinen und Nachdenken unter meinen Augen zu verstecken und so makellos zu sein wie der blaue Himmel. Aber wenn ich wieder nach Hause komme und mein Held ist nicht da. Nur mein Hund kommt freudig auf mich zugelaufen. Kein “Hey Schatz na wie war dein Tag?”…. Ich bekomme Tränen in die Augen, weil ich sofort an ihn denken muss, wie süß die Kleine ihn immer begrüßt und völlig durchdreht. Dann wische ich mir über die Augen und versuche mir vorzustellen wie es in ein paar, nein nicht in ein paar sondern in sechs langen Wochen sein wir, wenn sie ihn am Flughafen begrüßt. Die letzten 152 Tage nehmen mir so langsam die Luft zum atmen.

Meine Freunde und Bekannte sagen mir in den letzten Tagen sehr häufig, dass es jetzt gar nicht mehr lange dauert. Das stimmt, irgendwie. Ich kaufe die ersten Sachen, wo ich weiß, dass er sie mit benutzen wird. Ich denke immer häufiger an seine Heimkehr. Nicht mehr als ein Ereignis, welches weit weg ist, sondern langsam viel konkreter. Und dennoch kommt es mir noch so weit weg vor.

 

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Tag 140 – 20 Wochen – oder an Tagen wie diesen…

Heute ist Tag 140. Manchmal überlege ich was sind denn 140 Tage. Ist das viel oder ist das wenig? Wie kann ich Freunden verdeutlichen, wie lang 140 Tage sind? Nun, ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Eine feste Größe sind bei vielen die Sommerferien, sie waren lang und doch so kurz das sind 42 Tage. Viele meiner Freunde sind oder waren Studenten, versuchen wir es so ein Semester, also der Vorlesungszeitraum sind 14 Wochen, 98 Tage.

Doch so richtig kann ich es nicht beschreiben, im Rückblick sind die Sommerferien verflogen, ein Semester, Mensch das ist doch nichts. Dann denke ich, ihr müsst euch in die Zeit reinversetzen, wenn ihr im Semester seid, dann ist ab Woche 4 alles blöd, die Arbeit wird immer mehr und ihr habt das Gefühl es erschlägt euch und es ist noch sooooo viel Zeit bis zur vorlesungsfreien Zeit.

Doch auch das scheitert meist. Erst diese Woche habe ich mit einer Freundin telefoniert. Sie fragte mich, wie lange er denn schon weg sei und wie lange er noch müsste. Da kommt Punkt eins, der nur den Menschen auffällt, die einen geliebten Menschen im Krieg haben. “Wie lange muss er noch” heißt für mich auch immer: Wie lange muss ich noch? Ich sagt ihr, dass er jetzt knapp 140 Tage im Krieg ist. Und es war ein kurzes Schweigen am Handy. Dann kam ein entrüstetes und verwundertes: “Was echt? Hmm mir kommt das noch gar nicht so lange vor. Fühlt sich doch an als sei es erst nen paar Wochen. Findest du nicht auch? Und wann kommt er wieder?” ich sagte ihr den momentanen Outtermin und gleich dazu, dass das aber noch nichts Festes ist und ja immer viel passieren kann. Von ihr kam nur ein:” Krass das ja gar nicht mehr lange. Siehste ist doch total schnell verflogen die Zeit.”. Tja was soll ich dazu sagen? Wie immer versuche ich es mit einem Lächeln zu überspielen. Da das am Telefon nicht so günstig ist, füge ich meist dazu ja ja stimmt, im Nachhinein für euch auf jeden Fall, für mich ist es halt schon ein bisschen was anderes. Schwer zu erklären.

Und genau das ist es. Es kommt mir mittlerweile wie Jahre vor.

Als ich am Anfang in den Bundeswehrbroschüren gelesen habe, dass sich der Alltag verändert und das dies bei der Rückkehr oft zu Auseinandersetzungen führen kann, weil jeder seinen eigenen Alltag hatte und nun wieder alles neu strukturiert werden muss, gerade bei den Partnern, die zu Hause waren, da habe ich mir gedacht, ach so ein Quatsch, uns passiert das nicht. Und es ist so ich dachte wirklich ich habe den gleichen Alltag wie sonst mit ihm, nur das er fehlt. Und wie sehr er fehlt. Aber das stimmt nach 20 Wochen nicht mehr. Mein Alltag hat sich verändert.

Es fängt bei ganz einfachen Dingen an. Dem Einkaufs- und Essverhalten. Ich kaufe nur noch in kleinen Mengen, viel Obst und Gemüse. Ich esse am Tag noch maximal zwei Mahlzeiten. Einerseits, weil ich abnehmen möchte, andererseits, weil mir seit Monaten nichts mehr schmeckt. Selbst mein Lieblingsessen, meine Lieblingsnaschis…nichts schmeckt mehr so wie früher. Oft muss ich mir, gerade am Wochenende am Nachmittag sagen. los mach dir noch was zu essen, du hast erst ein Brötchen heut gegessen. Sicher es gibt auch ab und an noch Tage, wo alles so schief läuft, dass ich Schoki esse, aber es ist kein Genuss mehr.

Mein Alltag ist geprägt von funktionieren und warten. Ich funktioniere für die Uni und für meinen Job. Und ich warte, ich warte von morgens bis abends, von abends bis morgens auf Nachrichten von ihm. Ich weiß an welchen Tagen wir telefonieren und ich weiß in welcher Zeit abends die Gutenachtsms komm. Und dennoch wartet man Tag für Tag. Bei Jedem Gang zum Briefkasten hofft man, dass ein überraschender Brief von ihm drin liegt. Beim öffnen der E-mails hofft man auf eine Mail von ihm. Beim Piepen des Handys hofft man auf seinen Namen. Selbst die lustigsten, liebevollsten, schönsten Sms von anderen will ich am liebsten sofort wegdrücken, weil ich enttäuscht bin, dass sie nicht von ihm ist. Bei jedem ungeplanten Klingeln an der Tür beginnt mein Herz zu rasen, aus Angst es könnten schlechte Nachrichten sein. Die ersten Wochen bin ich sogar unter der Dusche vorgesprungen und bin nur im Handtuch an die Tür mit Tränen in den Augen, aus Angst es gehe um ihn.

Jeder Tag der vorbei ist, ist ein guter Tag. Und doch muss ich rückblickend feststellen wie ungenutzt viele Tage verstreichen. Ich mache zwar jeden Tag so viel. Viele Freunde und auch mir mittlerweile ans Herz gewachsene Frau zu Frau Äffchen sagen mir fast täglich, ich solle eine Pause machen und mich nicht so unter Druck setzen. Aber ich habe das Gefühl, vor dem Einsatz habe ich doch viel mehr geleistet. Und doch falle ich jeden Abend tot müde ins Bett und wenn der Wecker klingelt, dann habe ich das Gefühl ein Elefant steht auf mir und drückt mich ins Bett. Ich fühle mich, als sei ich erst eine Stunde im Bett. Mein Körper ist kraftlos.

Manchmal fühle ich mich wie in einem Gefängnis. Dort versucht man auch die Tage einfach nur rum zu bekommen. Aber sie scheinen so sinnlos. Ich habe das Gefühl mir werden 6,5 Monate meines Lebens geklaut. Und das hinterlässt Spuren. Ich bin Mitte 20 und habe bereits meine ersten Falten. Ich finde Falten nicht schlimm. Aber ich hatte sie vor dem Einsatz nicht. Es sind Einsatzfalten nach 20 Wochen habe ich Falten um die Augen.

Er sagt ich soll mir keine Sorgen machen. Alles sei gut. Aber wie soll ich mir denn keine Sorgen machen? Meine Freundinnen machen sich um ihre Partner schon Sorgen, wenn sie ein paar hundert Km in eine andere Stadt fahren um dort zu arbeiten für ein paar Tage. Ich habe meinen Helden vor 140 Tagen in den Krieg gehen lassen. Mit dem Wissen ihn eventuell nie wieder zu sehen. Mit der Angst, dass dieser letzte salzige Abschiedskuss vielleicht der letzte Kuss war…Ich möchte daran nicht denken, aber ganz beiseiteschieben lässt sich der Gedanke eben nicht.

Selbst wenn ich die Ängste versuche auszublenden. Dann sind da immer noch 14 Tage, die ich meinen Helden nicht gesehen habe. Ich habe bisher genau ein Bild aus dem Einsatz von ihm. Überall in der Wohnung, sogar in der Küche, stehen Bilder von ihm. Aber es sind Bilder aus glücklichen Tagen. Bilder die ich gemacht habe, als er bei mir war. Einige davon sind auf rosaroten Wolken entstanden, andere schon unter grauen Wolken im Wissen, dass ich ihn gehen lassen muss. Aber es sind eben noch nur Bilder. Jedes erzählt zwar eine kleine Geschichte, aber es sind alte Geschichten. Nichts davon zeigt ihn mir jetzt. Heute, genau in dieser Minute. Ich kenne Bilder von ihm aus dem letzten Einsatz. Ich kenne das Lager, wie die Stuben aussehen und Bilder von ihm. Aufgenommen in entspannten Momenten. Aber auch diese sind 2 Jahre alt. Ich möchte ihm in die Augen sehen. Jeden Abend blicke ich in seine Augen, doch es sind die Augen eines frisch verliebten Mannes, der sich nach einem wundervollen Tag im Hotelzimmer gerade auf mich fallen lässt um all unsere Zuneigung zu zeigen. Es sind nicht die Augen des Mannes, der dort ist… Nicht die Augen die mich müde nach einem langen Tag ansehen und mir dennoch sagen ICH LIEBE DICH gerade in diesem Moment bin ich froh, in deine Augen zu schauen. Nein diese Augen habe ich seit 140 Tagen nicht mehr gesehen. Ich kann nur einen kalten Bilderrahmen küssen, um am nächsten Tag wieder drüber zu wischen. Ich kann nicht die warmen, weichen Lippen küssen, die zu ihm gehören. Kann ihn nicht schmecken. Kann nicht sagen oh lecker du hast Schoki genascht mehr davon oder igitigit bäh du hast Bier getrunken. Nein ich schmecke nichts, ich fühle nichts. Außer unendliche Sehnsucht, wenn ich sein Bild küsse.

Es macht mich fertig, ich bin am Ende. Da fällt mir auf, wie oft habe ich das schon gesagt. Man könnte jetzt denken, siehst du sagst so oft du bist am Ende und doch geht es seit Wochen immer weiter und weiter. Und dann merke ich, dass es stimmt. Es stimmt, dass ich am Ende bin. Es stimmt heute genauso, wie es vor 10 und vor 15 Wochen gestimmt hat. Ich weiß nicht, woher ich die Kraft nehme. Es muss einer dieser unerklärlichen Mechanismen des Körpers sein, der uns Extremsituationen überstehen lässt. Nun könnte man fragen, welche Extremsituation denn? Du bist doch in eurer Wohnung, hast das gleiche Studium, die gleichen Jobs, euer Hund ist bei dir. Alles doch wie immer. Der einzige Unterschied ist doch, dass er nicht da ist. Und das ist es, genau das. Das ist der Unterschied zwischen unbeschreiblichem Glück, wenn er bei mir ist und unbeschreiblichem Leid, weil er seit Monaten im Einsatz ist.

Ich glaube das kann man mit Worten nicht beschreiben. Ich kann versuchen Beispiele aufzuzählen, doch es werden nur die Menschen wirklich verstehen können, die es selber erlebt haben. Und das macht es umso schwerer es ihm zu erklären.

Ich möchte nicht vor ihm jammern. Ich weiß, dass die Last zu 80 % auf seinen Schultern ruht. Das er derjenige ist, der im Krieg ist. Er muss täglich mit der Gefahr leben. Er muss auf unseren Alltag verzichten. Er kann an Körper und Seele verletzt werden. Er ist der, der jammern müsste. Doch er ist stark. Er ist so unglaublich stark. Er verliert nicht ein schlechtes Wort. Er sagt die Arbeit macht ihm Spaß. Mit den Lebensumständen kommt er klar. Sicher er ist genervt, nie allein im Bad zu sein, aber er beschwert sich nie. Er sagt nie er kann nicht mehr. manchmal sagt er, dass er müde sei, dass er genervt sei. Aber nie klagt er. Er sagt auch nie von allein, dass es ihm weh tut, nicht bei mir zu sein, dass er mich unendlich vermisst, das er Angst hat. Angst um sein Leben, Angst vor Folgen oder Angst, dass etwas bei uns zerbricht. Sicher ich denke er macht sich seine Gedanken, aber er ist so tapfer. So unglaublich stark und heldenhaft!

Und auch wenn er mir sagt, dass er mich versteht, merke ich, dass er sich viele Dinge nicht vorstellen kann. Dass er nicht verstehen kann, wie sehr mich dieser Einsatz verletzt und an meine Grenzen bringt. Wie viel Angst ich davor habe, dass er noch einmal in den Einsatz muss. Wie viel Angst ich um ihn habe. Wie viel Angst ich um uns habe.

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132 Tage geschafft – 18 Wochen und 5 Tage, knapp 5 Monate

Die Sonne scheint heute wunderschön, der Himmel ist blau mit weißen Wölkchen. Es sieht nach Frühling aus.

Frühling, jedes Jahr freu ich mich darauf. Die ersten Frühlingsblumen stecken ihr Köpfe durch den Winterboden, die Sonne wärmt das Gesicht, klein Lilly hüpft vergnügt durch die Natur, die ersten Rosa und weißen Frühlingsklamotten werden aus dem Schrank gekramt, die Blicke wandern zu Sommerkleidern und High Heals, die ersten Tulpen für die Vase werden gekauft….Frühling ich freu mich darauf.

Doch in diesem Jahr freue ich mich nicht auf den Frühling. Nein ich sehne ihn herbei, denn er bringt mir meinen Helden aus dem Krieg zurück. Hoffentlich!

Ich kann es kaum erwarten, dass die Tage wieder heller werden. Die ersten Vögel munter zwitschern, die Sonnenstrahlen einem in der Nase kitzeln…

Ich kann es kaum erwarten das er da ist, der Frühlingstag an dem ich mit den ersten Vögeln aufstehen kann. Aufstehen, ohne zu denken, nein ich will nicht. Kein Deckeüberdenkopfziehen und sich denken, ich bleibe im Bett und schlafe einfach 6 Monate durch, bis mein Held zurück kommt. Nein ich freu mich darauf unter die Dusche zu springen, an diesem Tag wäre mir sogar kaltes Wasser fast egal, mich fertig zu machen, mich für ihn hübsch zu machen und endlich loszufahren. Ihm entgegen zu fahren und zu wissen: Heute ist es soweit. Wir sind nicht mehr über 6000 Km voneinander getrennt, sondern wir sind uns ganz nah. Ich bin endlich wieder in seinen Armen… Er ist endlich in Sicherheit.

Ich liebe Tage wie diese. Tage an denen die Sonne mir hilft an den Frühling zu glauben. Daran zu glauben, dass er nicht mehr weit ist.

Tage wie diese helfen mir, den Schmerz ein bisschen zu verdrängen und der Hoffnung ein bisschen mehr Macht zu geben.

An Tagen wie diesen wünschte ich, es wäre schon Frühling und wir wieder vereint.

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Happy New Year- endlich ist auch diese Hürde genommen

So nun ist der erste Tag des neuen Jahres fast vorbei.

So richtig fühl ich mich noch gar nicht nach einem neuen Jahr. Ohne einen langen Kuss und einem tiefen Blick in Helds Augen ist es eben irgendwie nichts Richtiges.

Ich hoffe, dass die größten Hürden nun hinter uns liegen. Zumindest waren es die, vor denen ich die größte Angst hatte.

Weihnachten war ein riesiges, kaum enden wollendes Tief. Mir liefen immer wieder die Tränen, vor allem bei unseren Telefonaten. Wenn er sagte: ” Hey nicht traurig sein.”, dann wars bei mir vorbei und die Tränen liefen nur so und die Stimme wurde brüchig und versagte irgendwann ganz. Aber nun ja es ist geschafft, es war wirklich schwer, viel schwerer, als befürchtet, aber wir haben es geschafft.

Nun liegt das neue Jahr vor uns und wir können sagen : “Dieses Jahr kommt er endlich wieder.” , das ist so toll.

17 Wochenenden ohne ihn habe ich geschafft, manche besser, manche schlechter, aber sie sind geschafft und das ist alles, was zählt.

Momentan bin ich optimistisch, dass die nächsten Wochen vielleicht wieder etwas besser flutschen und von nicht ganz so vielen Tiefs beeinflusst werden. So langsam wird es greifbar, dass er wieder kommt, die Pläne wirken nicht mehr unendlich weit weg, sondern werden langsam konkret und der Bauch kribbelt beim Gedanken an unser Wiedersehen.

Happy New Year….

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Noch 3 Tage bis zum Heiligen Abend – oder noch 5 Tage, dann ist auch diese Hürde geschafft

In 3 Tagen ist Heiligabend.

Als er mir sagte, dass er in den Einsatz muss und somit plötzlich klar war, dass wir an Weihnachten nicht zusammen ein können, hat es mir einen noch tieferen Stich versetzt, als es der Einsatz an  sich schon getan hat.

Meine ersten Gedanken waren: nein nicht über Weihnachten und den Jahreswechsel, bitte nicht auch das noch. Irgendwie wirkt das auf mich wie eine Höchsttrafe… Ich weiß es ist keine Strafe, es trifft jedes Jahr tausende Soldaten und dazu viele tausend Familien, tausende von Frauen sistzen mit Tränen unterm geschmückten Weihnachtsbaum und packen das Geschenk von ihrem Liebten aus, welche meist schon seit Wochen irgendwo in einem hässlichen Postkarton verstaut liegt und auf diesen Moment gewartet hat. Tausende von Kindern müssen den Spagat schaffen zwischen dem Funkeln in den Augen, wenn sie den Weihnachtsbaum sehen, ich auf ihre Geschenke freuen und gleichzeitig wissen es fehlt jemand…Wer weiß wie viele vielleicht im Stillen hoffen, dass es an der Tür klopft und es ist nicht der Weihnachtmann, sondern der Papi. Sie sehen, wie traurig Mami ist, sie versucht fröhlich zu sein, aber ihr Blick ist leer, manchmal glitzern die Augen, wie so oft die letzten Wochen, immer dann, wenn Mami kurz danach irgendetwas schnell holen musste… Tausende Mütter, Väter, Brüder und Schwestern sitzen auch in diesem Jahr wieder unterm Weihnachtsbaum und niemand weiß so recht sollen wir lachen oder weinen?  Jeder versucht das Beste draus zu machen, denn unsere Helden wollen es so…doch sie werden kommen, die Augenblicke, wo bei Manchen die Augen funkeln, weil die Tränen raus wollen und bei Anderen wird das Festtags-Makeup verlaufen, weil sie es nicht schaffen ihre Tränen in den Augen zu behalten. Weil es die kleinen Momente sind, die man viel zu oft sonst im Alltag nicht bemerkt und würdigt, die einen jetzt aber so sehr rühren, dass man einfach nicht anders kann…

Wir haben schon mehr als 15 Wochen geschafft. Mein Held hat bisher ohne größere Verletzungen den Krieg überstanden. Zumindest wirkt es bisher so auf mich, wie tief die seelischen Wunden wirklich sind, das werden wir wohl erst in ein paar Monaten wissen, wenn er wieder zu Hause ist.

Nun ist es soweit, das Weihnachtsfest steht vor der Tür. In ein paar Tagen werde ich wissen, ob meine Angst vor diesen 3 Tagen völlig umsonst war und es doch eigentlich ganz nett wird, oder ob sie gerechtfertigt war.

Ich möchte die Tage genießen. Ein paar Tage nicht allein sein. Ein paar Tage mal abschalten und verwöhnt werden von der Familie. Kleine Kinderaugen strahlen sehen, die noch nichts von all dem wissen, was da draußen in der großen Welt alles so passiert.Ich möchte für ihn die Tage genießen, weil ich weiß, dass es sein größter Wunsch ist, dass es mir gut geht, dass ich nicht zu traurig bin… Und ich würde ihm diesen Wunsch gern erfüllen.

Was könnte ich auch sonst groß für ihn machen… Der liebevoll gebastelte und befüllte Adventskalender ist leider in 3 Tagen zu ende. Er hat ihm viel Kraft gegeben, selten hat ein Adventskalender so viel Gutes getan wie dieses Jahr… Sein Weihnachtsgeschenk ist seit Wochen bei ihm.

Ich freu mich schon jetzt darauf seine Genschenke, die schon über einen Monat bei mir zu liegen, verstaut im Postkarton, auszupacken und werde mir dafür viel Zeit nehmen. Nicht weil ich mich so über die Geschenke freue (was ich natürlich sicher werde), sondern weil es ein Stück von ihm ist. Er hat sie ausgesucht, sich seine Gedanken gemacht, sie liebevoll verpackt…Es ist ein kleines Stück von ihm und er ist so ein kleines Stück bei mir. Am meisten freue ich mich darauf seine Zeilen an mich zu lesen… Das wird das schönste Geschenk sein. Seine Gedanken und Worte.

Weihnachten ist das Fest der Liebe. Mein geliebter Held ist weit weg, im Krieg. Aber die Liebe zu ihm verbindet uns auch an diesen Tagen, trotz Schnee und Eis, trotz tausenden von Kilometern.

Doch er fehlt, er fehlt mir jeden Tag. Die Tage ohne ihn werden weniger, aber die Sehnsucht nach ihm wächst von Tag zu Tag auf einer anscheinend nach oben hin offenen Skala.

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Einfach mal Danke sagen

Ich bekomme viele Zuschriften zu meinem Blog. Einige Kommentare direkt, andere schreiben mir per Mail oder im Forum.

Eigentlich sind es einfach nur Gedanken und Gefühle, die ich in mir und mit mir herumtrage, die ich ab und an hier aufschreibe. Mir hilft es, das Ganze ein wenig besser zu verkraften. Ich denke dabei gar nicht großartig nach, sondern schreibe einfach das, was gerade in mir ist. Oft kommen mir selbst dabei die Tränen, weil es Momente sind, wo ich sie nicht unterdrücke, sondern einfach die Sachen raus lasse, die ich versucht habe mal wieder die ganze Woche zu unterdrücken, mich nicht zu sehr davon beeinflussen zu lassen, weil es ja einfach weitergehen muss. Und so versuche ich möglichst erst Abend mich mit der Situation auseinander zu setzen.

Was natürlich nie wirklich funktioniert. Die ersten traurigen Gedanken kommen schon am Morgen, wenn wir tele können und wir auflegen müssen, dann bin ich so glücklich ihn gehört zu haben und ein kleines bisschen bei mir zu haben, aber dann auflegen müssen, es sticht mir immer wieder aufs neue ins Herz…Noch schlimmer sind die Morgende, an denen wir nicht tele können und ich nicht von ihm, sondern vom Wecker geweckt werde, wenn das Kissen neben mir leer ist, er nicht im Bad ist und frisch rasiert zu mir kommt und mir meinen geliebten Morgenknutschi gibt, damit der Tag gut startet. So viele kleine Situationen, jeden Tag wieder…ich weiß nicht, wie oft ich an ihn denke, ich zähle es nicht, aber sobald ich mich nicht 100%auf was anderes konzentrieren muss, ist er in meinen Gedanken, manchmal, nein oft, viel zu oft eigentlich erwische ich mich, dass ich beim Autofahren schon wieder nur an ihn denke, in der Uni sitze und schon wieder sind 20 Minuten um und meine Gedanken hingen nur ihm nach… Beim Einkaufen bin ich erstaunt, dass ich über ne Stunde gebraucht habe…obwohl alles in eine Einkaufstasche passt, weil ich geträumt habe, nach Leckereien geschaut habe, die ich ihm schicken kann usw…

Aber ich versuche den Kummer nicht zu groß werden zu lassen im Laufe des Tages, weil mich das zu sehr aus der Bahn wirft….das lasse ich erst am Abend zu, noch länger kann ich es dann nicht verdrängen, spätestens nach seiner Allabendlichen sms sind die Tränen und die unendliche Sehnsucht da…

Aber ich wollte mich bei euch bedanken, dass ihr so fleißig meine Gedanken lest und mir immer wieder sagt, Mensch ich kenne das so gut, mir dankt für die passenden Worte und ich freue mich, dass ich euch unbewusst sogar ein bisschen helfen kann, obwohl es einfach nur meine Gedanken sind…

FzF hilft mir unheimlich, es vergeht kein Tag, wo ich nicht hier bin. Meine 26er Mädels sind meine kleine Einsatzersatzfamilie geworden. All meine Sorgen, Ängste, Wüte, aber auch all meine Freude und den ganz normalen Alltag kann ich mit ihnen teilen. Das hilft so viel, wenn man weiß, da sind Menschen, die verstehen dich, die sind für dich da…

deshalb möchte ich euch einfach mal DANKE sagen…

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Endlich UHU – aber immer noch nicht Halbzeit

Wir sind endlich UHU…das erste große, positive Ziel ist erreicht. Das macht doch Mut und gibt Kraft.

Wobei wie was noch 99 unendlich lange Tage sollen auf uns warten? Ist das wirklich euer Ernst? noch 99 man ohne ihn ins Bett gehen müssen, ohne ihn aufwachen, ohne ihn essen, allein sein, wenn ich nach Hause komme…ihn nicht einfach so küssen können…noch 99 lange Tage lang? (+-?, man weiß es ja nie so genau)

Und schon ist sie fast weg, die gute Stimmung, ein bisschen was ist noch da, wenn ich in den Spiegel schau und mir selber sage hey komm Mausi ein bisschen noch, hey wir haben die 100 geknackt…das ist doch toll….aber dann kommt sie diese große 99 und ich habe das Gefühl sie erschlägt mich.

Alle sagen hey wow super…jetzt wird doch viel leichter…Wie erklärt man guten Freunden, dass es einfach nicht leichter wird anscheinend, wie erklärt man es sich selbst. Die Hoffnung war da. Ich wusste es wird hart werden, aber ich dachte, Mensch wenns ers tmal unter 100 ist, dann wird bestimmt einfacher. Aber irgendwie wird es das nicht, im Gegenteil.

Ich vermisse ihn von Tag zu Tag mehr. Ich habe nach der ersten Stunde vor über einem Viertel Jahr gedacht, so schwerer kanns nicht werden, ab jetzt wirds sicher leichter….aber es verändert sich nur, der Schmerz wird ein anderer. Es sind keine stundenlangen Weinattaken mehr, kein Zittern am ganzen Körper, ein am liebsten laut den Schmerz herausschreien mehr, wie es die ersten Stunden war, als ich mich fühlte als hätte man mir mein Herz raus gerissen… Als ich einen Schmerz in mir fühlte, den ich so nicht kannte… Jetzt ist es die lange Zeit, die viel, viel zu lange Zeit ohne ihn. Das Vermissen erreicht eine Schmerzgrenze, die über dem liegt, wo ich sie vermutet hatte. Es tut wirklich weh, ihn zu vermissen…es sind keine Worte mehr mit einem kleinen Gefühl dahinter…sondern es ist ein kleines Wort mit so unendlich großen Gefühlen dahinter, dass ich sie nicht in Worte fassen kann, sie nicht beschreiben kann. Das muss man einfach fühlen…

Ich fühle mich oft so ausgelaugt, so müde, möchte am liebsten einfach schlafen, bis er wieder da ist…mein Körper tut weh, ich fühle mich einfach leer und kraftlos.

Ich hatte immer wieder schwere Phasen in meinem Leben, wo ich mich durchbeißen musste…aber sowas habe ich bisher nicht erlebt.

Ich bin auch nicht nur fertig, nein ich fühle mich auch gut, es ist so ein unglaublich schönes Gefühl diesen Menschen gefunden zu haben, der all diese Gefühle auslöst…Denn ohne ihn hätte ich das alles ja nicht…Ich weiß, dass ich diese Zeit schaffen werde und dass in dem Moment, wo ich ihn sehe, er mich in den Arm nimmt, dass dann all diese Dinge von mir abfallen werden…das lässt mich hoffen und durchhalten…

Also Köppi hoch, wir haben es bald geschafft!!!

 

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Tag 90 fast geschafft – oder eine halbe Ewigkeit und noch so lang

Es ist Sonntag, der 2. Advent, Vorweihnachtszeit – oder auch alles wie immer.

Wochenende Nummer 13 ohne IHN. So Vieles, was gemacht werden sollte und wollte, so groß war die Motivation und dennoch irgendwie ist es wie hinter dicken Nebelschwaden. Ich schleiche durch die Wohnung, sitze am Schreibtisch und meine Gedanken kreisen nur um ihn. Ich versuche mich zu konzentrieren, war doch vor 5 Minuten noch total motiviert, jetzt kann ich nicht einen klaren Gedanken fassen. Gehe zum Fenster, schau in den grauen Himmel, höre das Tropfen des Regens, mir wird kalt und die Tränen steigen mir in die Augen. Nicht weinen, denke ich, nur nicht wieder weinen… Du musst das jetzt machen, los komm schon konzentrier dich… Nach 20 Minuten merk ich, dass ich immer noch am Fenster steh, immer noch in den Regen schau und es mich friert. Ich raffe mich auf, will zurück an die Arbeit, laufe an irgendwas vorbei und denke oh das könntest du wegräumen, sehe hier was und räume dort was und wieder ist eine Stunde vorbei. Wieder eine Stunde weniger ohne ihn, wieder eine Stunde näher an unserem Wiedersehen.

So vergehen sie die Tage, sie fliegen, wenn ich sehe, was ich alles machen muss und sie kriechen, wenn ich daran denke, wie lange es noch bis zu seiner Rückkehr dauert.

Viele sagen, wow was du alles trotzdem machst, wie schaffst du das nur. Pausen solle ich mir nehmen. Doch ich habe Angst vor diesen Pausen, es sind die Momente, in denen ich falle und nicht weiß wie tief. Es sind die Momente, in denen mir die Tränen in die Augen steigen, in denen mir wieder schmerzlich klar wird, wie sehr er mir fehlt. Wie lange ich seine weichen Lippen nicht mehr auf meinen gespürt habe, ihn nicht mehr geschmeckt habe, er mich nicht mehr fest und lange in seinen starken Armen gehalten hat, mich angelächelt hat…

Was würde ich dafür geben ihn nur kurz sehen zu können, wortlos in seine Arme fallen zu können und von ihm gehalten werden. Seine Kraft fehlt mir so sehr, ein Kuss von ihm und die Welt sah wieder anders aus, eine Umarmung und mir ging es wieder gut.

Es ist immer wieder unglaublich welche Kraft die Liebe hat. Wie sie einem Hoffnung gibt. So auch jetzt, die Liebe zu ihm gibt mir die Kraft, die ich brauche um diesen ganzen Einsatz irgendwie zu überstehen. Es stimmt sie geht wundersame Wege, die Liebe.

Lieber geh ich mit ihm durch die Wüste, als ohne ihn ins Paradies.

Veröffentlicht unter holzi | Hinterlasse einen Kommentar